Aktuell darf ich jeden Tag etwas dazu lernen: Sei es zu Business Themen, Dating oder dem Leben generell. Dabei habe ich aktuell das Gefühl, dass sich viel verändert. Viele Dinge, die bereits lange Bestand haben, verändern sich und werden in Frage gestellt. Dabei geht es mir nicht anders. Seitdem ich mich auf die Reise zu mir selbst und meiner Selbstständigkeit gemacht habe, habe ich extrem viel gelernt und verändert. Ich habe gemerkt, welcher Weg nicht meiner ist, dass man enttäuscht wird, dass man fällt und vor allem, dass es nicht so leicht ist, wie es immer dargestellt wird.

Ich weiß nicht wie es dir geht, was für ein Umfeld du hast, aber wenn ich mein Lieblingstool Instagram öffne, habe ich das Gefühl, alle sind super busy, super happy und vor allem super reich und erfolgreich. Ganz ehrlich? Das stresst mich. Lange war es mir gar nicht so bewusst, wie sehr ich mich davon habe beeinflussen lassen, wie es scheinbar bei anderen läuft. Wirklich, ich war die ganze Zeit unzufrieden. Ich dachte, es muss alles schneller, höher, weiter gehen. Ich muss ständig posten, dass ich in Meetings bin, neue Projekte anfange usw. usf. Aber weißt du was? Bullshit. Wenn ich eins gelernt habe, dann: nichts ist so wie es nach außen wirkt. Nichts.

Nicht nur das Business betreffend. Viele posten, was sie tolles tun, wen sie treffen, was sie planen. Da schließe ich mich nicht aus. Aber weißt du, was dir eigentlich niemand sagt? Wie scheiße es sich anfühlt, nicht zu wissen, wie man die nächste Miete bezahlt. Wie es dir die Luft abschnürt und du alles hinterfragst. Du dich fragst ob 9-to-5 nicht doch entspannter wäre. Ob es das wirklich alles wert ist. Ob es an dir selbst liegt, dass der Kunde einfach seine Rechnung nicht bezahlt ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, ob du dein trockenes Brot noch bezahlen kannst. Es sagt dir niemand, wie oft man wach liegt, weint und nicht weiter weiß. Wie oft man sich fragt „Ist es das wirklich wert? War das alles nur eine Illusion?“. Aber sprich mal mit den Menschen, die diesen Weg eingeschlagen haben. Viele werden dir berichten, dass es hart ist und dass es definitiv kein Zuckerschlecken ist.

Und doch zeigt Social Media ein Bild, dass es so aussehen lässt, als müsste man sich nur selbstständig machen, das „eigene Ding“ machen und dann wird alles gut und sowieso, das Geld wird dir ins Haus gespült. Nein. Das ist es definitiv nicht. Ich habe noch niemanden kennengelernt, der mir gesagt hat „Hey, klar, super easy alles. Ich hab angefangen und sofort haben mir die Kunden 200€ die Stunde bezahlt und ich hatte eine 4 Stunden Woche.“. Social Media ist ein Tool und wenn du mir folgst, weißt du, dass ich es liebe aber es hat auch andere Seiten. Schon mal was von einer Social Media Depression gehört? Jep. Been there. Das ist der Moment, in dem kurz auf Instagram bist und nur mal gucken willst, was andere schönes tun und dich immer schlechter fühlst, weil du siehst wer wo wann mit wem im Urlaub ist, wie perfekt das Sixpack sitzt und generell, wie super erfolgreich und schön doch alle sind. Der ständige Vergleich mit anderen macht uns aber kein bisschen glücklicher, geschweige denn bringt er uns dahin wo WIR, jeder auf seine eigene Weise, hinwollen.

Don’t let the internet rush you. No one is posting their failures.

Anderes Beispiel. Da ist dieses Paar. Dieses Paar, was eindeutig füreinander gemacht ist. Seit einem Jahrzehnt sind sie nun zusammen. Ich habe sie erlebt. Sie sind für mich perfekt, sie harmonieren einfach. Aber habe ich jemals hinterfragt, wie es hinter der Fassade aussieht? Sind sie wirklich glücklich oder posten sie täglich tolle Fotos, um davon abzulenken, dass sie eigentlich ganz andere Probleme haben? Solange man die Scheinwelt aufrecht erhält scheint alles gut zu sein. Niemand fragt, wie es läuft, schließlich ist man ja quasi dabei. Und dann hörst du, dass sie sich trennen. Aus dem nichts und du fragst dich, wieso habe ich das nicht kommen sehen? Wieso habe ich mir wirklich angemaßt ich könnte mir ein Bild über die Beziehung von zwei Menschen machen, an der ich nicht teilhabe? Und ja, für mich waren sie ein Vorbild. Etwas, was ich mir auch gewünscht habe. Aber wieso?

Ich persönlich glaube, dass du, sobald du öffentlich auf Social Media unterwegs bist, eine Verantwortung übernimmst. Für dich und für andere. Natürlich zeigst du nicht jeden Abend, an dem du mit Eis weinend vor Gossip Girl sitzt. Musst du auch nicht. Aber bitte, hört auf so zu tun, als wäre alles perfekt und super einfach. Wenn es bei dir so ist, dann pass gut drauf an. Ich freue mich für dich! Aber du trägst eine Verantwortung für andere. Andere, die dir folgen. Für die du eine Inspiration und ein Vorbild bist, bei denen es nicht so leicht von der Hand geht.

Social Media bietet großartige Möglichkeiten: Du kannst Menschen kennen lernen und an ihrem Leben teilhaben, die weit weg wohnen. Du kannst neue Freundschaft schließen, dich verlieben, dich inspirieren lassen. Aber du kannst dich auch vergleichen, selbst abwerten und ständig hinterfragen, ob du genug bist, ob andere weiter sind, ob andere besser sind.

Wie kommt man nun aus diesem negativen Feeling raus?

Für mich war Step 1 genau das zu erkennen. Dass es mir nicht gut tut, die Stories von anderen anzugucken. Die Scheinwelt zu betrachten und dann mit mir zu vergleichen. Vielleicht sagst du jetzt „Ach mir ist das doch egal“ – glaub mir, es beeinflusst dich unterbewusst trotzdem. Ein bewusster Umgang mit Social Media. Ich habe mir 2 Wochen genommen wo ich so gut wie nichts gepostet habe und weißt du was? Ich hab’s überlebt und vor allem habe ich nichts verpasst. Die Welt dreht sich trotzdem weiter.
Step 2, der eigentlich vor Step 1 kam, war alle Benachrichtigungen auszuschalten. Die einzigen Notes die ich sehe, sind die kleinen Zahlen, die Whatsapp Nachrichten zählt.
Step 3, bewusste Nutzung von Social Media. Hör einfach mal auf dein Bauchgefühl – wie geht es dir wenn du die Posts von anderen anguckst? Fühlst du dich dann besser? Wenn nicht, dann hör auf. Leg das Handy weg und mach etwas, was DIR gut tut.
Step 4, einfach mal mit anderen darüber sprechen, wie es wirklich läuft. Viel hab ich aus meinem Studium von Statistik nicht behalten aber eins weiß ich „Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“ – und das gilt meiner Meinung nach auch für Social Media Posts.

Ich merke immer wieder, wie ich meinen Fokus verliere und Wert auf Dinge lege, die völlig egal sind. Wenn er nicht antwortet, so what? Keep going. Wenn dein Post nicht so viele Likes bekommt, so what. Wenn du einen dummen Kommentar erhältst – life goes on. Wenn du den Menschen wirklich wichtig bist, rufen sie an oder kommen vorbei. Aber vor allem solltest du dir selbst wichtig genug sein, um zu erkennen, dass du mehr bist als dein Social Media Account.

Es ist DEIN Weg. Alles was du wissen musst, ist bereits in dir und ja, davon bin ich überzeugt. Wir verlernen nur auf unsere eigene, innere Stimme zu hören und reden uns ein zu wissen, was wir wollen und dass es das ist, was alle wollen. Nicht jeder will Millionär sein, ein Unternehmen führen, Mutter sein oder heiraten. Also bleib bei dir und sei ehrlich zu dir selbst und deinem Umfeld.