Es ist 01:09 Uhr während ich diese Worte schreibe. Ich kann nicht schlafen. Mir geht zu viel durch den Kopf und während ich so da liege und grübel kam mir die Idee, dieses Selbstgespräch einfach mal zu teilen.

Der oben genannte Song kam mir in den Kopf. Aber nicht positiv und fröhlich, sondern eher wie der Titel eines Horrorsfilms, denn so fühlt es sich manchmal an. Wenn ich nachts alleine im Bett liege, dann kommen sie, die kleinen Selbstzweifel. Die negativen Selbstgespräche. Dann kommen all die Fragen in den Kopf, die ich doch tagsüber so schön ignoriert hast. Dann wälze ich mich von links nach rechts und will einfach nur, dass es aufhört. Ich spreche hier bewusst nicht dich an sondern mich, weil man viel zu oft man sagt, wenn man sich selbst meint. Ich frage mich dann wieso mein Körper noch nicht so aussieht, wie ich ihn gern hätte. Wieso ich nicht diese perfekte Porzellanhaut habe und überhaupt was diese Dellen am Po eigentlich sollen. Dann frage ich mich, wieso einige Menschen mein Leben auf eine Art und Weise verlassen haben, die ich einfach nicht nachvollziehen kann. Und wieso er immer noch meine Story guckt aber sich nicht mit mir aussprechen kann. Wieso sie mich angreift anstatt mir zu sagen, dass sie Hilfe braucht. Wieso einige Menschen so viel sagen und so wenig umsetzen. Generell, was wohl andere über mich sagen und wieso ich eigentlich noch nicht so viel verdiene, wieso ich nicht einen noch besseren Abschluss habe, wieso ich nicht größer, schlanker, erfolgreicher bin. Und generell, wieso ich eigentlich nicht genug bin.

Ich weiß, dass du diese Gedanken kennst. Ich glaube, gerade Frauen können sich damit herrlich selbst quälen. Und während ich hier wach liege frage ich mich, wieso ich mich mit so einem Bullshit überhaupt beschäftige. Wieso das in diesen stillen Momenten hochkommt und was ich dagegen tun kann. Ganz ehrlich? Mein Blick darauf hat sich verändert. Dieser Artikel ist eigentlich vom 25. Februar aber er hat es nie bis zur Veröffentlichung geschafft. Heute, am 11.06. sehe ich das anders. Heute würde ich sagen: Das sind nur Gedanken. Ob sie gut oder schlecht sind, wissen wir gar nicht. Das wissen wir erst dann, wenn wir mal genauer hinsehen. Wenn wir darauf achten, ob diese Gedanken öfter kommen und  vor allem wenn wir darauf achten, wie wir uns dabei fühlen, bei diesen Gedanken.

Ich glaube, diese Momente sollte man nutzen. Genau wie ich es gerade tue. Ich halte meine Gedanken fest, um sie zu ordnen. Wenn ich diese Gedanken nicht in meinen dunkelsten Momenten aufnehme und akzeptiere, wie soll ich dann meine hellsten Momente überhaupt zu schätzen wissen?

Hörst du dir selbst überhaupt zu, wenn nichts anderes auf dich einwirkt? Wenn du deine Gedanken einfach schweifen lassen kannst? Ich glaube, in genau diesen Momenten lernen wir uns selbst wirklich erst kennen. Dann kommen genau die Dinge auf, die wir sonst niemanden wissen lassen wollen.

Edit: Wenn ich heute diesen Artikel von mir selber lese, muss ich etwas schmunzeln. Weißt du, was meine größte Schwäche ist? Dass ich Schwächen habe. Ich habe mir selbst so lange gesagt, dass ich stark sein muss. Dass alles laufen muss, bis ich es mir selbst geglaubt habe. Zum Glück habe ich ein wundervolles Seminar besucht, was mir gezeigt hat, dass es nicht so ist. Dass ich genug bin. Genug, so wie ich bin. Alles vermeintlich negative und positive gehört zu mir und macht mich aus. Genauso wie meine Vergangenheit mich ausmacht. Verurteile dich nicht für deine Gedanken, nimm sie wahr und akzeptiere sie als Teil von mir. Oder, meinst du, sie gehört nicht zu dir?